Perlen / Zuchtperlen
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Die Bedeutung des
Namens Perle ist nicht gewiß, vielleicht wurde er von einer Muschelart (
lat."perna" ) oder von der kugeligen Form ( lat."sphaerula" )
abgeleitet. Perlen bilden sich in austernartigen Meeresmuscheln, einigen
Süßwassermuscheln, vereinzelt aber auch in Schnecken. Sie entstehen als Ergebnis einer
Reaktion gegenüber Fremdkörpern, die zwischen Muschelschale und Mantel oder gar in das
Innere des Mantels eingedrungen sind. Die äußere Haut dieses Mantels, das Epithel, baut
normalerweise durch Perlmutterausscheidungen die Muschelschale auf, umschließt aber auch
gegebenenfalls alle Fremdkörper in diesem Bereich.
Und solch eine Abkapselung führt zu einer Perle.
Die perlerzeugenden Meeresmuscheln leben in langgestreckten Muschelbänken nahe der Küste
in etwa 15 m Tiefe. Sie haben einen ungefähren Durchmesser von 8cm und ihre Lebensdauer
beträgt ca.13 Jahre.Das wichtigstes Vorkommen mit bester Qualität der gefunden Perlen
befindet sich im Persischen Golf. Hier wurde schon im Altertum nach Perlen gefischt. Nach
diesem Fundort werden alle natürlichen Meerwasserperlen, ohne Rücksicht auf die
Herkunft, im Handel als Orientperlen bezeichnet. Weitere wirtschaftlich bedeutende
Fundstätten befinden sich vor den Küsten Mittelamerikas und Nordaustraliens.
Die Gewinnung der Perlmuschel erfolgt durch Taucher, vornehmlich Frauen. Nur jede 30. bis
40. Muschel birgt eine Perle in sich. 1958 wurden in Ceylon versuchsweise Schleppnetze
eingesetzt. Die Folgen waren verheerend, weil man damit den Nachwuchs fast völlig
vernichtete.
Von Schnecken, die Perlen liefern ist die Trompetenschnecke am bekanntesten. Ihr Erzeugnis
ist seidig glänzend und porzellanartig. Im Handel findet diese Perle keinerlei Bedeutung.
Ebenso wirtschaftlich ohne Gewicht ist die Gewinnung von Perlen in Flüssen (Flußperlen).
Sie sind selten von guter Qualität. Süßwasserperlmuscheln gibt es in den Breitenlagen
des gemäßigten Klimas. In den skandinavischen Ländern und in Mitteleuropa stehen sie
unter Naturschutz.
Im Mittelalter hatte die Perlgewinnung in den Flüssen des Erz- und Fichtelgebirges, der
Pfalz, des Bayerischen und des Böhmerwaldes wie auch der Lüneburger Heide eine gewisse
Bedeutung. Durch Verunreinigung der Gewässer sind die Perlmuscheln hier weitgehend
ausgestorben. Erste Züchtungen wurden bereits im 13. Jahrhundert vorgenommen.
Das Gewicht von Perlen wird in grain (lat.: "granum"= Korn) angegeben, wobei ein
Grain 0,05 g bzw. 0,25 ct entspricht, das aber im Handel zunehmend durch Karat ersetzt
wird.
Für die Bewertung einer Perle ist die Größe, die Form, der Lüster, die Farbe und die
Reinheit der Oberfläche ausschlaggebend, wobei die einzelnen Kriterien das gleiche
Gewicht haben.
Unter Lüster wird der feine weiche Glanz verstanden. Er wird durch einen
schillernden Überzug mit winzigen Perlmuttkristallen geprägt. Je stärker diese
Perlschicht, um so strahlender der Lüster und um so wertvoller die Perle
Der Lüster ist abhängig von der Beschichtung mit Perlmutt und ist das "Leben"
einer Perle. Ein schönes Lüster entsteht durch einen starken Glanz und der Reflexion auf
einer dichten Oberfläche und der feingegliederten regelmäßigen Wuchsstruktur des
Perlmutts. Niedrige Perlqualitäten sind erkennbar am stumpfen seidenmatten Glanz.
Die Oberfläche ist mehr oder weniger mit natürlichen
Unregelmäßigkeiten versehen, sollte keine störenden Einwachsungen, Narben oder matte
Flecken haben, je glatter und gleichmäßiger die Oberfläche um so wertvoller ist eine
Perle. An qualitativ guten Perlen dürfen an den Bohrungen keine Risse oder Ausbrüche zu
erkennen sein.
Die Form der Perle ist sehr selten absolut rund, daher sind diese Perlen
auch entsprechend teuer. Von "semirund" spricht man, wenn die Perle nicht ganz
100%ig rund und nur ganz leicht abgeflacht ist. Barockperlen sind mehr oder weniger starke
tropfenförmige Perlen. Der Querschnitt einer Buttonperle entspricht in etwa einem Oval.
Aber gerade am Charme einer Barockperlkette mit einem schönen Lüster erkennt man die
Exklusivität der Natur, da Imitate immer aus exakt runden oder symmetrisch unebenen
Perlen bestehen.
Die Größe ist ein entscheidendes Kriterium zur Preisbestimmung. Sie
schwankt von 2 - 10,5 mm. Da es bei der Züchtung von Perlen über 8 mm zu hohen
Ausfällen kommt steigt der Wert dann überproportional an. Bei 9 mm Akoya Zuchtperlen
sind nur etwa 40 % für Schmuckzwecke verwendbar.
Die Farbe einer Perle gliedert sich in die Grundfarbe der Perle, die
"Körperfarbe" und den "Oberton".
Er ist am besten zu erkennen, wenn man die Reflexion der Zuchtperle unter diffusem Licht
betrachtet. Ein beliebter Überton ist pink rose, helles creme rose, er verbessert den
Farbgrad der Perle entscheidend, gleich welche Körperfarbe die Zuchtperle besitzt.
Zur Farbauswahl beim Kauf Ihrer Perle, sollten Sie die Perle oder Perlkette wahlweise
unter Kunstlicht und normalem Tageslicht betrachten. Sie werden starke Unterschiede im
Farbton feststellen. Da im Kunstlicht die Rotanteile überwiegen, betont es auch relativ
weiße Perlketten ins rose, dagegen erscheinen diese Perlketten im Tageslicht fast
kalkweiß.
Perlpflege
Perlen sind empfindlicher als die meisten Edelsteine. Aus diesem Grund sollte man Perlen
nicht mit anderem Schmuck zusammen aufbewahren. Leicht kann durch den Transport die Perle
durch andere Materialien wie Gold, Silber und Edelsteine zerkratzt oder in anderer Weise
beschädigt werden. Eingeschlagen in ein weiches Tuch, ist die Perle auch auf Reisen gut
geschützt.
Perlen dürfen nicht mit Parfümen, Haarspray, scharfen Reinigungsmitteln, oder anderen
Chemikalien wie Zitronensäure, Essig, kohlensäurehaltigem Wasser in Berührung gebracht
werden, da sie die organische Substanz der Perlen sehr schnell angreifen.
Auch sollte es vermieden werden, Perlen lange starkem Sonnenlicht und hoher Wärme
auszusetzen. Sie verlieren dadurch sehr bald ihren schönen Glanz und die natürliche
Farbe kann dabei ausbleichen, schlimmstenfalls trocknet die Perle von innen her aus.
Da der Säuremantel der menschlichen Haut den Perlen schaden kann, sollte man hochwertige
Perlen nach dem Tragen kurz mit lauwarmem Wasser, das einen kleinen Schuss mildes
Geschirrspülmittel enthält, abwaschen und gut unter fließendem Wasser
nachspülen, anschließend mit einem sauberen Tuch nachtrocknen .
Als sogenannte Perlenkur bietet es sich an, ab und zu die Perlen in leicht salzhaltigem
Wasser zu baden. Ganz wichtig nach dem Waschen von Perlketten, ist das gute Trocknen,
damit die Perlseide nicht über längere Zeit nass, bzw. feucht bleibt, wodurch sie
schnell mürbe wird. Ist die Gefahr durch Schweiß und Parfüme sehr groß,
dann die Perlen nach dem Reinigen ab und zu leicht mit Olivenöl einreiben. Dieses
erhält die organischen Substanzen in der Perle und schützt sie vor Säureangriffen.
Wir empfehlen, die Perlkette einmal im Jahr im Fachgeschäft reinigen und kontrollieren zu
lassen, und je nach Bedarf wird diese fachgerecht und neu auf Spezialseide aufgezogen.
Diese Perlseide besteht aus einer Kombination von Natur- und Kunstseide. Größere und
hochwertige Perlen werden auf diesem Faden gereiht, mit einem Knoten zwischen jeder
einzelnen Perle, um sie vor gegenseitiger Reibung zu schützen, und andererseits vor dem
Verlust von Perlen zu bewahren, sollte die Perlseide reißen.
An diesen Knoten lässt sich die fortschreitende Abnützung des Fadens sehr gut erkennen.
Sobald die Perlseide ihre Farbe verändert, die Knoten zwischen den Perlen gequetscht und
fransig aussehen, die Abstände zwischen den Perlen sich merklich vergrößern, sollte die
Perlkette möglichst bald neu gereiht werden.
Somit gehen Sie nie das Risiko ein, dass Ihnen Ihr Collier im unpassenden Augenblick
reißt. Kleinere Perlen oder spezielle Perlformen werden in der Regel wegen der besseren
Optik nicht geknotet.
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