Edelsteine
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Mit den Edelsteinen erschliesst uns
die Erde ihre prächtigsten Schätze - unvergängliche
Diamanten, blutrote Rubine, intensiv grüne Smaragde und tiefblaue Saphire, dazu
Aquamarine in den Farben des Ozeans, purpurviolette Amethyste, goldgelbe Zitrine,
Turmaline in allen Farben des Spektrums, blauviolett leuchtende Tansanite, cognacfarbene
Topase und viele andere.
Edelsteine sind dem Menschen seit mindestens 7000 Jahren bekannt. Die ersten waren
Amethyst, Bergkristall, Bernstein, Granat, Jade, Jaspis, Korallen, Lapislazuli, Perlen,
Serpentin, Smaragd und Türkis. Sie blieben den wohlhabenden Schichten vorbehalten und
dienten gleichzeitig als Statussymbol. Die Fürsten dokumentierten mit den
edelseinbesetzten Insignien Reichtum und damit Macht. In früheren Zeiten, als der Mensch
viel weniger naturwissenschaftlich aufgeklärt war, trugen die Edelsteine immer den
Schleier des Geheimnisvollen, des Überirdischen. Deshalb dienten sie als Amulett und
Talisman. Sie konnten Böses abwehren und Gesundheit erhalten, sie wirkten
giftentschärfend, verhinderten Pest und führten Seefahrer heim.Teilweise bis zum Beginn
des 19.Jahrhunderts dienten Edelsteine sogar als Heilmittel bei Krankheiten. Als
natürliche Folge der Vorstellung von übernatürlichen Kräften, die dem Edelstein
innewohnen, schlug man eine Brücke zur Astrologie und ordnete Edelsteine den Tierkreis-
Sternbildern zu. Daraus ergaben sich die Geburtssteine, das heißt Edelsteine, die für
den in einem bestimmten Tierkreis Geborenen zuständig sind, ihn begleiten und beschützen
sollen. Durch Vereinfachung wurden daraus die Monatssteine. Ebenso gibt es Edelsteine, die
der Sonne, dem Mond und den Planeten (Planetensteine) zugedacht sind. Neuerdings
identifizieren sich einige Staaten symbolartig mit Edelsteinen, die innerhalb ihrer
Grenzen gewonnen werden.
Immer wieder verbesserten und verfeinerten die Menschen die Methoden, oder sie erfanden
neue Techniken, um die von Natur aus nicht ganz perfekten Edelsteine zu verschönern. So
wie Holz gebeizt, reine Seide gefärbt oder Haut zu Leder wird, braucht es auch bei
Edelsteinen die Unterstützung des Menschen. Er schleift die von Natur aus unförmigen
Edelsteine so, dass ihre innere Brillanz, ihr Farbspiel und ihr Feuer für alle Augen
sicht- und bewunderbar werden. Seit Jahrhunderten haben Edelsteinschleifer experimentiert,
und noch immer werden neue, noch raffiniertere Schliffe entwickelt.
Auch heute wird der in Gold und Platin gefaßte Edelstein von manchem gelegentlich zur
Schau gestellt, um Reichtum zu demonstrieren. Aber in viel größerem Maße als früher
dient der Schmuck in unseren Tagen zur eigenen Freude,aus Gefallen an Harmonie und
Schönheit.
Oft wird der edle Stein aber aller Ästhetik und Symbolik entledigt und als reine
Kapitalanlage betrachtet. Große Werte in solch kleiner Form haben sich über alle Stürme
der letzten Jahrhunderte hinweg als Wertbeständig erwiesen. |